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»Ich bin Meisterin im Seufzen
geworden ... «,
Frühlingshaftes
Trio-Kammerkonzert begeistert die Zuhörer im evangelischen
Gemeindehaus
Friedberg (rod). Heißes
Sehnen, tiefer Gram, hoffnungslose Einsamkeit,
große Liebe,
sanfte Melancholie... Eine riesige Bandbreite an Gefühlen liefern
die romantischen
Gedichtvorlagen, die mit der nötigen
Dramatik ver-tont und musiziert werden wollen. Sopranistin Kristina Schaum, Pianist Rüdiger Klein und Klarinettist Eric Rückgauer
machten sich mit Leidenschaft an die Sache und boten im
evangelischen Gemeindezentrum den rund 80 Zuhörern ein überschwängliches,
schwelgerisches Frühlingskonzert.
Das Programm war eine Reise durch die Liedwelt des 19.
Jahrhunderts, angefangen
mit sechs deutschen Liedern
von Louis Spohr von
1837. Einfache, klare Melodien im Sopran wurden einfühlsam
begleitet von Rüdiger Klein am Klavier und immer wieder
mit kontrapunktischen Verzierungen und Zwischenspielen von der
Klarinette garniert das Publikum
war vom ersten Ton an verzaubert.
Das einfachste der Lieder war vielleicht auch das schönste, denn
die Melodie
des Wiegenliedes
bewegte sich im Abstand einer
einzigen Terz und, bediente sich nur
dieser drei Töne, die
doch so liebevoll von Kristina Schaum gesungen wurden.

Viel größer und dramatischer waren die Gesten bei Ermanno
Wolf-Ferraris »Rispetti« und den »Sei Ariette da
Camera«, den sieben Kammer-Arien von Vincenzo Bellini, einem
der bekanntesten Vertreter des Belcanto. Hier konnte man selbst in der
Kammermusik deutlich den Anklang an
die große
Oper heraushören,
den Hang zu gloriosen
Arien, gespickt mit Glissandi,
Arpeggien und Verzierungen, Fast schon mit einen Augenzwinkern sind die
Vertonungen des
Deutsch-Italieners Ermanno
Wolf-Ferrari
- ein Schüler Rheinbergers - zu musizieren, der den heiteren
italienischen Opera-Buffa-Stil mit
Elementen des frühen 20. Jahrhunderts anreichert. Seine
affektbetonten, 1902
geschriebenen »Rispetti« erinnern sowohl an Rossini
als
auch an Verdi oder Puccini, und
man weiß nicht so richtig,
wie ernst man den Text nehmen soll: »Ein blühender
Mandelstrauch am Wasser ist -das lebendige Bild meines
Liebsten. .. « Kristina
Schaum
nahm die Melodie heiter
und mit Schmelz in der Stimme, mit
dem richtigen
Maß an Übermut.
Entsprechendes
Seufzen gab sie dem kurzen Liedchen »Ach ich wusste nichts vom
Seufzen« hinzu: »Ich bin Meisterin im Seufzen
geworden.:.« Nicht umsonst bedeutet »Rispetti«
zu Deutsch »Empfehlungen«: Eine hervorragende Gelegenheit
für eine Sopranistin, sich mit
ihrem Können zu empfehlen, und Schaum
tat das nur zu gerne.
Die Sopranistin glänzte mit souveräner Intonation,
ihre noch junge
Stimme beherrschte die zarten Töne ebenso wie die
dramatischen Anklänge, die auch in einem weit
größeren Raum getragen ,hätten. Aus Friedberg
stammend,
hat sie in Freiburg Gesang studiert und ihre Ausbildung
an der Opernschule
komplettiert, was durchaus auch im Kammerkonzert durchschien. Mit
Rüdiger Klein,
und Eric Rückgauer begleiteten
sie zwei gestandene Profis,
und die drei Stimmen mischten sich
hervorra-gend.
Zu Recht ein Paradestück für die Besetzung ist Franz
Schuberts Gesangsszene »Der Hirt auf dem Felsen«,
die den krönenden Abschluss des heiteren Abends bildete. Der vor
sich hin sinnende Wandernde, der
in Liebe versunken
ist, wandte sich darin
am Ende den heiteren Frühlingsgedanken
und der Hoffnung auf erfüllte Liebe
zu. Und nun, ganz am Schluss des Werkes, kamen im
fröhlichen, schnellen Finale
endlich die
lang erwarteten Zeilen: »Der Frühling will kommen, Der
Frühling, meine Freud«. Die-. se Stimmung riss die
Zuhörer zu so
viel Applaus hin, dass das Finale noch einmal wiederholt
werden musste.
Der Text nach
Wilhelm Müllers »Gedichten aus den hinterlassenen Papieren
eines
reisenden Waldhornisten« war
um einiges ernsthafter als die
vorangegangenen Lieder, und es
gelang dem Trio,
ihm diese nötige
Ernsthaftigkeit auch angedeihen
zu lassen. Noch
einmal zeigte
sich, wie gut die drei sich in Dynamik und Akzentuierung
genauestens abgestimmt hatten. Als kleine Zugabe bekam
das Publikum zum Abschied noch ein »Veilchen- geschenkt - in
der Vertonung von
Mozart.
(
Wetterauer Zeitung vom 17. 3. 2011 )

2010
Der Chor der Kantorei Friedberg mit dem
Barockensemble »Cantate Domino«
unter Leitung von Kantor Ulrich Seeger (Foto rechts). Links ein heute
»ausgestorbenes« Instrument: der Zink. (Fotos:
arc)
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Die
Nikolausmützen-Noten

Viel Mühe
machten sich
nahezu alle Gruppen und Organisationen bei der Ausgestaltung ihrer
Stände auf
dem 29.
Weihnachtsmarkt der evangelischen
Kirchengemeinde vor. zwei Wochen auf dem südlichen
Stadtkirchenplatz. Kerzen, Tannen,
Sterne und vieles mehr war da an den 25 Ständen zu sehen.
Etwas ganz Besonderes hatte sich der Förderverein
Kirchenmusik einfallen lassen. Da die Seiten des weißen
Pavillons doch recht trist
aussahen, bastelten sie Noten und verzierten diese noch, passend zur
Jahreszeit,
mit roten Nikolausmützen. Diese tolle Deko war der Hingucker
schlechthin, immer
wieder sah man vorbeigehende Besucher lächeln, angesichts der
»Nikolausmützen-Noten«.
Und wir geben dieser wirklich schönen Idee die Note 1.
(har/Foto:
Schuchardt)
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Eine
von großer
Dichte getragene Interpretation
Kantorei
Friedberg und die Oberhessische Kantorei brillieren mit Brahms' »Ein Deutsches Requiem«

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Die »London Dreams«
werden wahr


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Förderverein
Kirchenmusik besteht seit 15 Jahren
Friedberg
(caj).
»Natürlich würde niemand sagen, es
gibt zu viele Spenden.« Doch
fließen die Gelder an den Förderverein Kirchenmusik
der
evangelischen Kirchengemeinde Friedberg laut dem 2.
Vorsitzenden Hendrik Hollender seit der Gründung im Oktober
1995
beständig. Die rund 20000
Euro Einnahmen im Jahr setzen sich aus Spenden von
Musikbegeisterten Friedbergern und Beiträgen der 143
Mitglieder
zusammen. Seit 15 Jahren finanziert
der Förderverein die Friedberger Kantorei inklusive
Jugendchor. Zu den geförderten Aktivitäten
zählen
unter anderem regelmäßige Chorfahrten und
Höhepunkte
wie das Weihnachtskonzert. Auch aktuell steht ein besonderes
Musikereignis an: Johannes Brahms »Ein deutsches Requiem:
Kantate
zu Leben,
Sterben, Ewigkeit« am Samstag, 20.
November, in der
Heilig-Geist-Kirche und am Sonntag, 21. November, in der
Stadtkirche.
Der
Förderkreis
Kirchenmusik sei aus einer Idee des Kantors Ulrich Seeger geboren, sagt
die Vereinsvorsitzende Barbara Bieler, die sich um
die Öffentlichkeitsarbeit kümmert und ab und zu
»beim
Bürgermeister um mehr Zuschüsse
bettelt«. Weil er immer hochwertige Musik machen wolle,
brauche
der Kantor dementsprechend Geld. »Ulrich Seeger ist ein
Vollprofi«, lobt Hollender, der als einziges
Vorstandsmitglied
nicht singt - »außer früher bei den
Pfadfindern und in
der Badewanne«, Vielmehr fungiert der
Stadtverordnetenvorsitzende
als politischer Kontakt und hilft beim Einwerben von
Fördergeldern. Weitere
Vorstandsmitglieder sind Schriftführer Siegfried Preiser,
Kassenwart
Sabine Wagner und Volkhard Lüders, der für die
Hornepage -
und Mitgliederverwaltung zuständig ist.
Die Hauptaufgabe bestehe darin, Ideen zu
entwickeln, wie man noch mehr Zuhörer bekommt. Zum einen aus
finanziellen
Gründen, zum anderen, »weil es uns wichtig ist,
gehört
zu werden«, sagt Preiser. Einmal die Woche übt die
Kantorei
im Gemeindehaus
unter Seegers Anleitung.
Die Vorbereitungen für
das »aufwendige und teure« Brahms-Konzert im
November
haben längst begonnen. Hollender: »Vom Orchester und
den
Solisten können wir etwas Großes
erwarten.«
Neben heimischen Auftritten in Friedberg, Rosbach oder Butzbach zieht
es den Kirchenchor mindestens
einmal im Jahr in die Ferne. Besonders eng ist die Verbindung zu
Zwerenberg im
Schwarzwald, der Heimat des Kantors. »Dort gab es auch schon
gemeinsame Auftritte mit deren Chor«,
sagt Hollender. Im
Rahmen des Frankfurter
Kirchentags hat die Kantorei eine Eigenkomposition Seegers
aufgeführt.
Neben dem
Orgelfestival in Laubach gab es einen Besuch bei
einer deutschen Gemeinde in der Nähe von Madrid. Dieses Jahr
ist
eine Fahrt zu den Friedberger
Partnerstädten Magreglio und Oliveto Lario in
Italien geplant. »Das wird
aber vielleicht
an den Kosten scheitern«, räumt Bieler ein. Im
nächsten
Jahr, so Hollender, soll es
dann in die europäische Kulturhauptstadt 2011, Tallin in
Estland,
gehen. In den vergangenen 15 Jahren hat der Förderverein
Kirchenmusik, Podeste, einen Flügel und eine kleine Orgel
gekauft.
Pro
Jahr können um die fünf neuen Mitglieder geworben
werden, sagt Bieler. Die Strategie: »Wir versuchen neue
Chormitglieder immer
auch zum Eintritt in den Förderverein zu bewegen.«
Die
Mitgliedschaft koste 30 Euro im Jahr, wobei die meisten Mitglieder
sogar freiwillig mehr zahlten. »Und
ein bisschen betteln«, fügt sie schmunzelnd hinzu.
Besonders
wichtig ist dem Vereinsvorstand, dass die großen
Brahms-Konzerte
im November gut besucht werden. Preiser: »Voll besetzt klingt
die
Kirche einfach besser.«
( Wetterauer Zeitung vom 27.
10. 2010 )
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Strawinski-Messe in der
Stadtkirche
Friedberg
(rod). Igor Strawinski sagte einmal, er habe seine Messe geschrieben,
als er
einige Messen von Mozart in einem Noten-Secondhand-Laden erworben
hatte. Bei
der Lektüre habe er sich gedacht: »Ich
müsste auch eine Messe schreiben, aber
eine ›richtige‹ für den
Gottesdienst«. Wenn auch nicht im Gottesdienst, so doch
in der Stadtkirche hat Kantor Ulrich Seeger diese tief beeindruckende
Musik zu
Gehör gebracht.
Seeger wurde
unterstützt von Bläsern der Jungen
Philharmonie Friedberg und einem kammermusikalisch besetzten Chor aus
Sängern
des Zwerenberger und Friedberger Volkalensembles. Die geringe
Sängerzahl machte
es möglich, der filigran angelegten Stimmführung bei
Strawinski, Bruckner,
Schütz und Seeger umso besser zu folgen und entwickelte in den
Forte-Passagen
eine erstaunliche Kraft, die in der monumentalen Akustik der Kirche zur
Geltung
kam.
Strawinskis Messe fällt nicht nur durch die dissonante
Harmonik und freitonale
Melodieführung aus dem Rahmen der gängigen
Kirchenmusik, auch die Besetzung ist
außergewöhnlich: Fünf Blech- und
fünf Holzbläser begleiten den Chor - bei
diesem Konzert absolut souverän und einfühlsam - und
gehen meist noch darüber
hinaus, setzen Klangfarben-Akzente und haben tragende Rollen. Wenig
Effekthascherei ist enthalten, dafür baut sich die Spannung an
manchen Stellen
zu einer fast eruptiven Klangwolke auf. Der zentrale Satz, das in der
Mitte
stehende Credo, enthält nach Strawinski »vieles, was
es zu glauben gilt.«
»Kalte« Musik wollte er schreiben, die sich direkt
auf den Geist der Worte
beziehe und ihnen so Nachdruck verleihe. Und tatsächlich, die
Musik hält so
viele Stimmungen bereit: Trauer, Hoffnung, Ernsthaftigkeit, oft
entsteht auch
der Eindruck eines inneren gespannten Drängens und
Getriebenseins, ganz selten
nur so etwas wie reine Freude. Ulrich Seeger gelang es mit seinem
Ensemble, die
Stimmungen eindrucksvoll herauszuarbeiten, indem er ihnen Raum zum
Nachklingen
gab und mit Dynamik und feiner Phrasierung arbeitete.
Zu Strawinski passend hat Ulrich Seeger eine eigene Komposition und
einige
Vokalwerke von Anton Bruckner gestellt, die sowohl von der Besetzung
wie auch
in ihrer theologischen Aussage und Tonsprache miteinander verbunden
sind.
Ulrich Seeger orientierte sich in seiner Psalmvertonung »Der
Herr ist mein getreuer
Hirt« von 1985 kompositionstechnisch am
spätromantischen Bruckner, den er als
seinen Leitstern zu der Zeit bezeichnet. Tonal freie Harmonie- und
Melodieführung mit dissonanten Akkorden und
ungewöhnliche Takt-artenkombination
kennzeichnen seine Kantate, die sich direkt an Strawinskis
Bläserbesetzung
anlehnt. Das Werk lebt vor allem von den reichen Klangfarben, die den
Text
interpretieren: so etwa die schleifenden Posaunen, die das finstere Tal
illustrieren, oder die friedvolle Meditation des Englischhorns als
Zwischenspiel und Hinführung auf das zuversichtliche und
hoffnungsfrohe Ende
des Psalmtextes. Markus Lemke übernahm mit seiner runden,
tragenden Bassstimme
souverän den Solopart, auch Chor und Orchester, inzwischen gut
vertraut mit
Seegers Werken, konnten die tiefgründige Musik
adäquat umsetzen.
Wer sich darauf einließ, hatte ein großartiges
Hörerlebnis, vor allem im
Kontrast mit den Bruckner-Werken. Das »Libera me,
domine« für Chor und Bläser
spielte mit der wogenden Dynamik und dem Nachhall der Forte-Phrasen,
sodass das
Ohr stellenweise nicht mehr genau ausmachen konnte, ob der Chor noch
sang oder
nur noch das Echo in die Musik hineinklang. Beeindruckend, wie Seeger
Chor und
Musiker austarierte, und wie homogen das Klangbild auch bei diesem
Konzert
wirkte. Ein Ruhepunkt des Programms war sicherlich Bruckners
feierlich-stilles
A-cappella-Werk »Locus iste«, das mit seinen sich
verwebenden Melodien und sich
auflösenden Dissonanzen unter die Haut kroch, ein Werk, wie
für die Akustik der
Stadtkirche geschaffen. Man konnte den Text tatsächlich
nachvollziehen in der
zutiefst friedlichen Musik: »Dieser Ort ist von Gott
geschaffen, ein
unschätzbares Geheimnis...«
( Wetterauer
Zeitung vom 13. 10. 2010 )
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Wenn
Principe und Principessa musizieren
Friedberg
(rod). Auf die Spuren der beiden komponierenden und musizierenden
königlichen
Geschwister Friedrich der II., genannt der Große, und seiner
Lieblingsschwester
Wilhelmine, begaben sich Sabine Dreier und Johannes Vogt bei ihrer
Soiree in
der Burgkirche. Als »Duo Mignarda«
entführten sie mit historischer Traversflöte
und Barocklaute in eine Zeit, die von politischen Intrigen und Krieg
einerseits
und regem kulturellem Leben an den Höfen Berlins und Bayreuths
andererseits
geprägt war.
So prächtig wie die
Rokoko-Verzierungen am Palais
des markgräflichen Bayreuther Hofes Wilhelmines, so klingt
auch die Musik, die
dort zum höfischen Leben gehörte. Verspielt, meist
heiter, voller Triller,
praller und kleiner Läufe und Vorschläge - die
Barockmusik am Musenhof der
Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth im 18. Jahrhundert
lädt geradezu zum Träumen
ein. Sabine Dreier und Johannes Vogt spürten dem Geist der
Epoche nach und
interpretierten die Sonaten und Fantasien der höfischen
Meister mit einer
souveränen Leichtigkeit, die das Zuhören zum Genuss
machte. Das Programm hatten
sie aus Kompositionen Wilhelmines und von Friedrich selbst
zusammengestellt und
diesen Duosonaten von Komponisten beigefügt, die allesamt
ebenfalls an einem
der beiden Höfe - Bayreuth und Berlin - residierten. Von Jakob
Friedrich
Kleinknecht zum Beispiel, der am Bayreuther Hof wirkte und im Sturm und
Drang-Stil die Sonata II in e-Moll schrieb. Pfiffig, hüpfend
und verspielt
klingt darin das Allegro non molto, und Flöte und Laute treten
darin durchaus
gleichberechtigt miteinander in Dialog. Schön für
Vogt, der sich bei den
Barocksonaten meist auf die begleitenden Akkorde zur anspruchsvollen
Melodiestimme der Flöte beschränken musste.
Hervorragend aufeinander
eingespielt, kommunizierten Dreier und Vogt miteinander - bei allen
Werken.
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Förderkreis
Kirchenmusik finanziert elektrisches Klavier

( Foto: P. G. Nohl, Text: prs )
( Wetterauer Zeitung vom
9. 9. 2010 )
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.
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Virtuose Orgelmusik der
großen Meister
Eröffnung der Friedberger
Sommerkonzerte: Toccata, Passacaglia, Fuge aus vier Jahrhunderten
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Friedberger
Kantorei
begeistert mit zwei Sommerkonzerten im Albert-Stohr-Haus
ihre Zuhörer
Friedberg.
Die Friedberger Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde
feierte mit
zwei Konzerten im Albert-Stohr-Haus ihre traditionellen Sommerkonzerte
und überraschte ihre
Zuhörer dabei mit einem
anspruchsvollen, rein
weltlichen Programm, das von den Anwesenden
als gänzlich anders mit Freude aufgenommen wurde.
Regionalkantor
Ulrich Seeger hatte drei Komponisten ausgewählt und die
Œuvre von ihnen unter das Motto »Von Liebe,
Lust und
Leide« gestellt
und damit die sicherlich wichtigsten und allen bekannten
Charakteristika getroffen.
Die
Pianisten Georg Klemp und Rüdiger
Klein eröffneten das Konzert mit drei Ungarischen
Tänzen (Nr.
1 in g-Moll, Nr.4
in f-Moll und fis-Moll) von Johannes Brahms (1833 bis 1897) und
beeindruckten sofort
mit dem von Johannes Brahms unverwechselbaren, anspruchsvollen und
souveränen Klaviersatz, der mit
den angesprochenen, nicht unbekannten Melodien das Publikum unmittelbar
berührte. An zweiter Stelle
des Programms
standen vier A-cappella-Chöre von
Hugo Distler (1908 bis
1942) aus seinem »Mörike-Chorliederbuch«
(1939), zu
dem der Komponist selbst schreibt: "Was mich als Chorkomponist gerade
zu Mörike hingezogen hat, ist
zunächst seine innerhalb des 19. Jahrhunderts
einzig elementare
rhythmische
Kraft und Freizügigkeit, und daneben
in hohem Maße an das alte deutsche Volkslied gemahnende
Objektivierung des poetischen Gehaltes durch die künstlerische
Formung ... «. Dafür boten
»Der
Vorspruch«, »Ein
Stündlein wohl vor Tag«, »Jedem das
Seine« und
»Die Tochter
der Heide« der Friedberger Kantorei unter dem packenden, den
Rhythmus scharf konturierenden Dirigat von Ulrich Seeger die
Möglichkeit, die gebotene Farbe und deren Charakter zu einen.
Die Pianisten Georg
Klemp und Rüdiger Klein setzten in der Fortführung
der brahmsschen Ungarischen Tänze (Nr. 19 in h-Moll, Nr .
20 in e-Moll und Nr. 21 in e-Moll) mit
den Akkordballungen, den weitgriffigen Begleitfiguren, den extremen
Bass- und Diskantlagen, den polyrhythmischen Verschlingungen
und den kontrastreichen dynamischen Gegensätzen
als Herausforderungen für ihre virtuose Potenzen wirkungsvolle
Akzente
und erhielten anerkennenden Beifall. Nach
den anspruchsvollen Werken der Klavierliteratur setzte der Chor zu
einem Highlight des romantischen
Chorsingens an, dem berühmten »Zigeunerleben mit
Klavierbegleitung« von
Robert Schumann (1810 bis 1856), in dem Emanuel Geibel das freie,
unstete Leben der
Zigeuner beschreibt, das von den Deutschen damals wegen der
Fremdartigkeit oft bewundert,
ja sogar beneidet wurde. Diese plastisch gezeichnete, kleine
Szene wurde
von der Friedberger Kantorei
mit ausgeprägt exotischem
Timbre vollzogen.
Wien, die Stadt, die für
Brahms nur ein Reiseziel war, inspirierte ihn,
als sie ihm zur Wahlheimat wurde, 1869 zur Komposition der
.Liebeslieder-Walzer op. 52
für Gesang und Klavier. Die Texte der 18 Walzer entnahm er
russischen, polnischen und ungarischen Gedichten aus dem
»weltpoetischen Liederbuch
Polydora« von
Georg Friedrich Daumer (1800 bis 1875).
Mit seinen lebenssprühenden, schwelgerischen, sinnenfrohen,
mitunter auch melancholischen
Walzern schuf Brahms eine
ganz persönliche Hommage an die WienerVolksmusik, die er
an Ort und Stelle kennen- und lieben gelernt hatte und
die - dank ihrer
weinseligen Behaglichkeit, ihrer Nähe zum slawischen
Musikantentum und ihrer
Affinität zur
sogenannten
Zigeunermusik
- ihn unwiderstehlich anzog.
Die einzelnen Stücke bilden in ihrer Gesamtheit keinen
durchgängigen Zyklus, sondern vielmehr
ein Kaleidoskop zum Thema Liebe, Glück und Kummer, was
die Chorsängerinnen und -sänger mit den Solisten Ulla
Hahn
und Ulrich Seeger den -zahlreichen Besuchern bereichernd vermitteln
konnten. Diese dankten mit reichem Beifall und wurden mit der
Wiederholung von Zigeunerleben belohnt.
Josef
Flörsch
( Wetterauer Zeitung vom 1.
7. 2010 )
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»Da Jesus an dem Kreuze stund«
»Musik
zum Karfreitag« mit dem Vokalensemble Friedberg und Kantor
Ulrich Seeger in der Burgkirche
Friedberg.
Ergriffen von der
»Musik zum Karfreitag« waren dieser Tage viele
Zuhörerinnen und Zuhörer, die auf Einladung der
evangelischen
Kirchengemeinde Friedberg in die Burgkirche gekommen waren. Das lag
einmal an dem ausgezeichneten Programm und den Werken, die musiziert
wurden: an das Trostreiche 53. Kapitel aus dem Propheten Jesaja von
Melchior Franck (1580 bis 1639), an »Da Jesus an dem Kreuze
stund«, Choralvariationen für Orgel von Samuel
Schein (1587
bis 1654), und am Hauptwerk »Die Johannes-Passion«
von
Heinrich Schütz SWV 481 (1585 bis 1672).
Wohlweislich begann Regionalkantor Ulrich Seeger das Konzert ohne
Glockengeläut und Begrüßungsworte,
dafür mit dem
fast nie zu hörenden, aber gewichtigen Trostreichen 53.
Kapitel
aus dem Propheten Jesaja von Melchior Franck. Er war in der ersten
Hälfte des 17. Jahrhunderts mit fast 1500 bekannten
Kompositionen
einer der produktivsten Komponisten Deutschlands, stilistisch deutlich
in der Nachfolge von Orlando die Lasso.
Das Trostreiche 53. Kapitel aus dem Propheten Jesaja für vier
Stimmen a cappella bot von der frühesten Zeit der Christenheit
an
die Gegebenheit, das Leiden des »Gottesknechtes«
mit den
Aussagen über das Leiden Jesu zu verbinden: »Auch er
hat
unsere Krankheit getragen, und unsere Schmerzen auf sich
geladen.« Melchior Franck exegiert mit aller Kunstfertigkeit
den
Text, wechselt ausdrucksstark ab mit homogenen und polyfonen Partien,
einer »falsi-borduni«-Stelle und extremen Rhythmen,
die
prononcierte Artikulation erfordern.
Als instrumentalen Kontrast spielte Ulrich Seeger die Choralvariation
über den Passions-Choral »Da Jesus an dem Kreuze
stund« mit den Abwandlungen, wie sie in seinen vielen
Variationswerken häufig vorkommen. Alle Gegenstimmen sind an
die
Substanz des Cantus firmus gebunden und durch Registerwahl,
Artikulation und Phrasierung verstärkt.
Als Hauptwerk der »Musik zum Karfreitag« erklang
die
»Johannespassion - Historia des Leidens und Sterbens unsers
Herrn
und Heilandes Jesu Christi nach dem Evangelisten St. Johannes SWV
481«, die der 80-jährige Heinrich Schütz
(1585 bis
1672) im Auftrag seines Landesherren geschrieben hat. Sie
gehört
gattungsmäßig zur »responsorialen
Historienmusik«. Da damals in der Passionszeit keine
Instrumente
erklingen durften, ist sie für Einzelstimmen und vierstimmigen
A-cappella-Chor geschrieben. Für die Passion gilt folgendes
Formgesetz: unbegleitetes Rezitativ für Erzähler,
Einzelpersonen (Soliloquenten), Jesu, chorisches Reden der Menge
(turbae). Größte Herausforderung für
Heinrich
Schütz waren die Rezitative, die dem Text dienenden Ausdruck
finden müssen. Ausdruck heißt: sinnvolle Betonung
des
Wortes; völlige Einheit des Wortes mit dem Ton, stets voller
Ausdruck des Textes, eine für den Lutheraner Schütz
unabdingbare Voraussetzung.
Diese für Schütz wichtige Parameter
erfüllten die
Vokalisten insgesamt in hervorragender Weise: Martin Steffen
(Evangelist); Martin Wistinghausen (Jesu Worte); Jutta Hahn (Magd);
Armin Schmid (Petrus); Rainer Hahn (Knecht des Hohenpriesters); Ulrich
Seeger (Pilatus); dann die Volksmengen (turbae), stark charakterisiert
in ihrer Wut, Hass, Intoleranz, Vernichtungsrausch und Mordlust,
verkörpert vom Vokalensemble Friedberg. Allen Mitwirkenden
kann
nur hohes Lob gezollt werden wegen ihrer Intensität und ihrer
Darbietung anlässlich des 425. Geburtsjahres von Heinrich
Schütz.
So gelang es den Musizierenden in der Burgkirche mit ihrer
»Musik
zum Karfreitag«, dass sie - mitgetragen von den modernen
Bildern
des »Passions-Zyklus’« des Frankfurter
Künstlers
Bleymehl - die Menschen voller Spiritualität erreichten,
sodass
die Gemeinde in dankbarer, aussagekräftiger Stille verharrte.
Josef Flörsch
( Wetterauer Zeitung vom 8. 4. 2010 )
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Psalm 116: Von 16 Komponisten 1616 vertont
Friedberger und Oberhessische
Kantorei legt außergewöhnliches Programm zur
Passionszeit vor
Friedberg (rod). Zur Zeit von Heinrich Schütz, in der deutschen Spätrenaissance, hätten keine 50 Sängerinnen und Sänger auf einer Bühne gestanden. Anfang des 17. Jahrhunderts war jede Stimme nur mit ein bis drei Sängern besetzt - niemals mit Frauen, dafür mit Knaben und Kastraten. Dafür war die Musik für zwei bis vier Chöre konzipiert, wodurch ein vielschichtiges, filigranes Klangbild entstand.

Kantor
Ulrich Seeger gelang das Kunststück, mit der
Friedberger und Oberhessischen Kantorei ein ebenso durchsichtiges
Klangereignis
zu schaffen, denn er hatte sie wieder hervorragend vorbereitet auf
diese
zerbrechliche Musik, die durch ihre vielstimmigen polyfonen Schichten,
rhythmischen Verschiebungen und dynamischen Feinheiten zur
Herausforderung
wird. Drei der 26 »Psalmen Davids, sampt etlichen Moteten und
Concerten« hatte
Kantor Ulrich Seeger für sein Chorkonzert zur Passion in der
Friedberger
Stadtkirche als Rahmen ins Programm genommen: »Aus der Tiefe
ruf ich, Herr, zu
dir«, »Ich hebe meine Augen auf zu den
Bergen« und »Wie lieblich sind deine
Wohnungen«. Diese Psalmkonzerte sind reich an Bildern, die
Schütz in Musik
umzusetzen wusste. Die Musik vertont affektmäßig
Bitte und Dank, Trauer und
Zorn, Jubel und Freude. Manche Konzerte sind hingegen eher Echo-Spiele
der
einzelnen Chorstimmen, in denen sich ein vielschichtiges Klangbild
ergibt, das
an markanten Stellen wieder zusammenfließt.
Die Idee zum großen Vokalkonzert hatte Schütz, der
erste deutsche Komponist von
internationalem Rang, übrigens 1613 aus Venedig mitgebracht.
Kaum wieder in
Deutschland angekommen, nutzte er die reichlichen
Möglichkeiten der
kursächsischen Hofkapelle zum mehrchörigen
Musizieren. Diese Vielstimmigkeit
und die ständigen verschobenen Einsätze machten den
Text stellenweise schwer
verständlich, doch die Kantorei glänzte mit guter
Artikulation. Kleine
Solopartien hatte Seeger diesmal aus dem Chor besetzt, was sich im
Hinblick auf
einen geschlossenen Chorklang als gute Entscheidung erwies. Ein- bis
dreistimmig - im Geiste Schütz’ - stimmten die
Solisten in Psalm 121 die Verse
an, bevor der Chor als Echo einfiel.
Zu den Davidspsalmen stellte Seeger drei Vertonungen des 116. Psalms,
ein Teil
des Gesamtwerks »Angst der Hellen und Frieden der
Seelen«, das ein sächsischer
Hofbeamter aus Dankbarkeit für die Errettung aus einem
Unglück 1616 bei
insgesamt 16 Musikern in Auftrag gab - nicht des Zahlenspiels, sondern
des
Dankgelübdes im Text wegen. 16 Vertonungen, komponiert zur
gleichen Zeit im
gleichen regionalen Raum von namhaften Komponisten mit
unterschiedlichen
ästhetischen Ausrichtungen - eine solche
Vergleichsmöglichkeit ist selten.
Seeger hatte unter ihnen Melchior Franck, Andreas Finold und Michael
Praetorius
ausgewählt. Wenn auch in der Kompositionsweise
ähnlich, unterschieden sich die
drei Interpretationen des Textes doch deutlich voneinander: Das Werk
Francks
war ein Wechselspiel zwischen filigranen Soli und starken Tutti, das
Finolds mit
strahlendem Bläserklang und vielen Imitationen ausgestattet,
und das des wohl
bedeutendsten Komponisten, Praetorius, mit seinen orchestralen
Zwischenspielen
stand als längstes und virtuosestes unter ihnen folgerichtig
am Ende des
Konzertprogramms.
Die Steigerung, die alle Werke zum Schluss hin auszeichnete, arbeiteten
die
Musizierenden hervorragend heraus. Der Musik angemessen hatte Seeger
mit dem
Barockensemble »Cantate Domino« für
historisch korrekte Besetzung des
Instrumentalparts gesorgt. Zinken, Posaunen, Theorbe, Orgelpositiv und
Streicher ergaben einen runden, weichen Klang, der mit dem Chor eine
Einheit
bildete; die Musiker nahmen sich prononciert und einfühlsam
der Werke an.
So erhielt das gesamte Konzert einen tragenden Klang mit wohldosierten
Akzenten
und lud in der Passionszeit zu rund 85 Minuten ernster, aber spannender
Musik
ein, die diesmal allerdings nicht so viele Besucher anzog wie Seegers
Projekte
gewöhnlich. ( Wetterauer Zeitung vom 31. 3. 2010 )
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Über 20 000 Euro in 2009 zur Verfügung gestellt
Mitgliederversammlung des Förderkreises für Kirchenmusik der evangelischen Kirchengemeinde mit erfreulicher Bilanz
Friedberg (prs) Der Förderkreis für Kirchenmusik der Evangelischen Kirchengemeinde Friedberg hatte am Sonntag seine öffentliche Mitgliederversammlung in der Burgkirche. Ihr ging wie gewohnt ein Kammerkonzert voraus: drei Streichquartette, von Haydn, Mozart und Reger, gespielt vom Buchberger-Quartett.

Kantor Ulrich Seeger mit dem
Vorstand des
Fördervereins ( v. l. ) Siegfried Preiser,
die Vorsitzende Barbara Bieler, Volkhard
Lüders, Sabine Wagner und Hendrik Hollender
Die
Vorsitzende Barbara Bieler berichtete
danach über Aktivitäten des Förderkreises
für die Kirchenmusik in Friedberg, der vor
fast 15 Jahren von elf Mitgliedern gegründet worden war. Die
Mitgliederzahl ist
inzwischen auf 136 gewachsen. Kassenwartin Sabine Wagner
berichtete, dass
aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden im Jahr 2009
Fördermittel in Höhe von mehr
als 20.000 Euro zur Verfügung standen. Die meisten Spenden
kommen von aktiven
Chorsängern und von Kinderchoreltern, aber auch etliche
Gemeindemitglieder und
Freunde der Kirchenmusik tragen zum erfreulichen
Gesamtergebnis bei.
Der Förderkreis hat diese Mittel als Zuschüsse
für Konzerte sowie für die kirchenmusikalische
Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt.
Kantor
Ulrich Seeger gab – unterstützt durch eine
Bildpräsentation
– einen Überblick über die wichtigsten Eck-
und Höhepunkte des vergangenen
Jahres, darunter die Konzerte, der Festgottesdienst zur
Einführung des neuen Kirchenpräsidenten, eine
Chorreise in Friedbergs
Partnergemeinden am Comer See. Besonders hervorzuheben ist, dass die
Kinderchorfreizeiten und die Kinder-Sing- und Bibelwoche inzwischen
etwa 100
Kinder und Jugendliche erreichen.
Während die meisten Konzerte nur durch
größere Zuschüsse zu finanzieren sind,
erweisen sich
die Sommerkonzerte wegen
der zunehmend höheren Besucherzahlen inzwischen als nahezu
kostendeckend. Bezüglich Qualität und der Breite des
Angebots
wird auch das Jahresprogramm
2010, das anschließend vorgestellt wurde, keine
Einbußen
hinnehmen müssen
(siehe www.kirchenmusik-friedberg.de).
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Klang- und glanzvolle Festlichkeit
Friedberg
(rod).
So groß, wie die' Basilica di San Petronio in Bologna ist,
musste Giuseppe Torelli
in der zweiten Hälfte des 17, Jahrhunderts strahlende
Trompetenklänge zum
barocken Streichorchester hinzukomponieren, um die Messen an hohen
Festtagen
angemessen musikalisch zu begleiten. So brachte er als Teil
der »Bologneser Komponistenschule«
mindestens 36 Werke für Trompete und Streicher hervor. Auch
wenn die Friedberger
Stadtkirche nicht annähernd dieselben Dimensionen aufweist,
die glanzvolle Musik
Torellis war auch hier wie geschaffen für die
Eröffnung des Weihnachtskonzertes
der Friedberger und Oberhessischen Kantorei sowie des Jugendchors unter
Leitung
von Ulrich Seeger. Festliche 'Klänge eröffneten und
beendeten das Konzert, das
in diesem Jahr neben Torelli vor allem Antonio Vivaldi, dem
berühmten Barockkomponisten,
gewidmet war. Dessen kantatenhaftes »Gloria«
erhält seinen festlichen Charakter
durch seine beschwingten, freudigen Ecksätze und vor allem die
Besetzung: eine Trompete
- das Instrument, das fürstliche Macht verkörperte -
und eine Oboe, die zu den Streichern
und der Basso Continuo-Gruppe hinzukommen.
Robin Wukits spielte mit seiner Bach-Trompete eine
entscheidende Rolle für Auftakt und Ende, denn er und das
Streichorchester eröffneten
den Abend mit dem Trompetenkonzert in D-Dur von Giuseppe Torelli. Robin
Wukits
nahm mit seinem leichten, federnden Spiel und dem weichen Klang die
Zuhörer mit
in zwei Stunden zumeist geistlicher Festtagsmusik auf höchstem
Niveau.
Vokalwerke wechselten sich ab mit reinen Instrumentalwerken, so einem
Konzert für
Trompete, Oboe und Streicher von Johann Wilhelm Hertel, einem Vertreter
des »empfindsamen
Stils« der deutschen Frühklassik. Vera Volz an der
Oboe und Robin Wukits bildeten
ein Duo, das .klanglich hervorragend miteinander harmonierte und
melodisch oft
kontrastierte; die Trompete überstrahlte die Oboe zwar vor
allem in der hohen Lage,
doch konnte Volz ihr kantables Können im zweiten Satz
ausspielen, der der Oboe
allein zugedacht war.
Die
anderen Programmpunkte bildeten einen Querschnitt
durch Vivaldis geistliche Kompositionen, zum einen die Psalmmotette
»Domine ad adjuvandum
me festina« (Eile Herr, mir zu helfen) und das Magnificat,
zum anderen das Gloria
in D-Dur. Teilweise waren die Werke keineswegs im Auftrag der Kirche
komponiert;
vielmehr schrieb Vivaldi sie für die
Mädchenchöre des Ospedale della Pietà,
eines
der wohltätigen Wohnheime Venedigs, in denen anonyme Adlige
ihre unehelichen Töchter
unterbringen ließen. So entwickelten sich die Konzerte der
Vokalsolistinnen und
des Chores zu einem Zentrum des venezianischen Musiklebens.
Männliche Stimmen
gab es damals nicht, und bis heute ist es ein Rätsel, warum in
den überlieferten
Abschriften Tenor- und Bassstimmen enthalten waren. Bei der
Aufführung fiel auf,
dass sie insgesamt sehr hoch liegen - vielleicht waren sie für
tiefe Frauenstimmen
angelegt. Seegers Kantoreien und die Mitglieder des Jugendchors
agierten insgesamt
sehr ausgewogen und rund, auch in der Dynamik wieder fein abgestuft,
doch gerieten
sie manchmal etwas in den Hintergrund im Vergleich zum Orchester,
vielleicht
gerade wegen der Stimmlagen. Auch das Programm gab dem Chor diesmal
etwas weniger
Raum im Konzert, doch dass sie kraftvoll und jubilierend einfallen
konnten in den
Or-
chesterklang bewiesen sie vor allem beim Gloria. Freudige und typisch
barock-verspielte
Passagen wechseln sich hier mit geistlichen Melodien in teils
mystischer Simplizität
ab, und sowohl die Freude wie auch die dunkle Schwere des
hoffnungsvollen Flehens
konnten Chor, Solistinnen und Orchester atmosphärisch
umsetzen. Zwölf arienhafte
Sätze stellen die heiteren, mit Koloraturen und Melismen
versehenen Belcanto-Textteile
den meist in Moll stehenden, »flehenden« Kantilenen
gegenüber. Vivaldi ist Meister
darin gewesen, gefällige Belcanto, gelehrten Kontrapunkt und
Simplizität zu
vereinen.
Die
drei Gesangssolistinnen ließen die Musik ihrer
Arien, ob allein oder im Duett, strahlen. Kristina Schaum gab der
Psalmmotette,
dem Magnificat und ihren Partien aus dem Gloria mit ihrem glasklaren,
teilweise
ins dramatische spielenden Sopran eine wunderschöne
Intensität. Die etwas leichtere
Sopranstimme von Jutta Hahn harmonierte im Duett sowohl mit Schaum als
auch hervorragend
mit der dunkleren Stimme der Altistin Katharina Padrok, die ihre
Dramatik vor allem
in den tiefer liegenden Passagen ausspielen konnte.
Den
strahlenden Abschluss bildete die Fuge des Gloria
- wenn auch von Vivaldi bei seinem Zeitgenossen Ruggieri
»entlehnt« und verbessert
-, die das Konzert in festlich-barockem D-Dur enden ließ. Ein
Wunder eigentlich,
dass das Gloria fast zwei Jahrhunderte vergessen unter anderen
Manuskripten lag,
bis es 1920 gefunden und erst 1957 in seiner originalen Version
veröffentlicht
wurde. Heute ist es das mit Sicherheit bekannteste geistliche Werk von
Vivaldi und
auch eines seiner eindrucksvollsten. ( Wetterauer
Zeitung 24. 12. 2009 )
Musik Ausdruck
kindlich-gläubiger Andacht
Friedberqer und Oberhessische Kantorei und Junge
Philharmonie gestalten
Antonin Dvoraks Requiem
Friedberg.
Zum Totensonntag und als Abschluss der IV. Wetterauer
Kirchenmusiktage
führten die Friedberger Kantorei, die Oberhessisehe Kantorei,
die Junge
Philharmonie Friedberg, die Solisten Jana Reiner (Sopran),
Annekathrin Laabs
(Alt), Lars Lettner (Tenor) und Markus Lemke (Bass) in der
Heilig-Geist-Kirche
und in der evangelischen Stadtkirche das Oratorium »Requiem
op. 89« auf, das
Letzte der großen Kantatenwerke von Antonin Dvorak (1841 bis
1904). Zwar weilte
er in England, wollte aber für ein Oratorienfest in Birmingham
dieses große
Werk komponieren, das am 9. Oktober 1891 dort unter seinerLeitung mit
großem Jubel
aufgenommen wurde.
Mit
den Judäern ins Exil nach Babylon
Friedberg
(rod).
»Die mit Tränen säen, weinend Samen
streuen, werden
jubelnd ernten,
lachen
und sich freuen.« Es ist auf den ersten Blick ein trauriger,
ernster
Stoff, den Ulrich Seeger und
Gabriele Gaukel diesmal für
ihr Kindersingspiel gewählt haben; das zeigt die Textzeile des
Chors der
Judäer, die im Exil leben müssen. Doch in der
Geschichte um
den Propheten Jeremia, der sein Volk in der Verbannung trösten
und
aufrichten will,
gibt es
auch viel Hoffnung, Liebe und Vertrauen auf Gott, und das konnten die
Autoren in der Musik und im Text so gut vermitteln, dass die jungen
Sängerinnen und Sänger des Friedberger Kinderchors
mit
Feuereifer in die
Geschichte eintauchten. Sie
spielten und sangen in
der Heilig-Geist-Kirche unter Leitung von Kantor Ulrich Seeger, der das
Stück mit Brigitte Klingenberg und den Friedberger und
Butzbacher
Kinderchören einstudiert hatte.
Grundlage
für die neue
Auftragskomposition der Wetterauer Kirchenmusiktage 2009 war das
biblische Buch Jeremia, an
die die Geschichte eng angelehnt ist. Jeremias Volk, die
Judäer,
leben in Babylon
im Exil, nachdem Jerusalem
von den
Babyloniern eingenommen ist. Andere Propheten rufen zum Aufstand gegen
die Besetzer auf, doch Jeremia, der in Jerusalem unter Hausarrest
steht, predigt den Frieden, damit sein Volk irgendwann wieder in
Jerusalem einziehen kann. Er lehrt, dass die Judäer ihren
Glauben
an den einen Gott nicht verlieren sollen: »Zukunft und
Hoffnung
will ich euch geben - wendet ihr neu euch zu mir hin, höre ich
euer Gebet.«
.
Doch sein Gegenspieler,
der Prophet Schemanja, sorgt dafür, dass er ins
Gefängnis
geworfen wird, und wendet sich selbst an die Exilgemeinde, um
Kämpfer für einen Befreiungskrieg zu rekrutieren:
»Hart
sind unsre Feinde, härter müsst ihr sein. Denn nur
dann zieht
ihr als Sieger wieder in die Heimat ein!« Er findet viele,
doch
am Ende fällt zur falschen Zeit das abgemachte Losungswort,
bevor
die Freiheitskämpfer in Jerusalem angekommen sind, und die
Judäer gehen endgültig unter. Das Singspiel endet mit
einem
gebrochenen Volk, das dennoch seine Hoffnung nicht verliert und auf den
Tag wartet, an dem es jubelnd heimkehren kann. Doch auch ein bisschen
Augenzwinkern haben die Autoren beim Planen gehabt: Einer der
babylonischen Stadtwächter, die eigentlich die Judäer
drangsalieren sollen, beweist plötzlich Humor und stimmt
»By
the Rivers of Babylon«
an - was für
einige Schmunzler im Publikum sorgt.
Ulrich
Seeger schafft
es, die verschiedenen Stimmungen - Trauer, Hoffnung, auch Liebe und
Freude auf die ferne Heimkehr -
musikalisch in Melodien umzusetzen, die ins
Ohr gehen. Ganz oft geht
das mit der typischen Ambivalenz
der Klezmermusik, immer schwankend zwischen Tanz und Klage, zwischen
Lachen und Weinen. Bei der
Anrufung
des ewigen
und einzigen
Gottes klingt großer Pathos an, man fühlt sich fast
versetzt
in die Filmmusik eines monumentalen Bibelfilms. Die Melodien, angelehnt
an jiddische und israelische Wurzeln, mit ihren für westliche
Ohren ungewöhnlichen Wendungen verlangten den zahlreichen
jugendlichen Solisten und Solistinnen einiges ab, aber alle zeigten
sich bestens vorbereitet und meisterten ihre Stimmen bravourös
-
etwa Clara Kreuzkamp als Jeremia, Marieke Klöppel als
Schemanja,
Katharina Gaukel als Hanna oder Cora Jasmin Aufdemkamp als Dan, um
nur einige der rund 30 jungen Hauptakteure zu nennen.
Angst der
Hellen und Frieden
der Seelen
Dekanatsmusiker
Ulrich Seeger feiert
mit zwei Festkonzerten sein 30-jähriges
Dirigentenjubiläum.
Friedberg.
Mit zwei Festkonzerten in der evangelischen Kirche Zwerenberg und der
Stadtkirche Friedberg feierte Dekanatsmusiker Ulrich Seeger jetzt sein
30-jähriges Dirigentenjubiläum. 1979 gab er in seinem
Schwarzwälder Heimatort das erste der Zwerenberger
Kirchenkonzerte. Seit seiner 15-jährigen
Kantorentätigkeit in
Friedberg hat er die Chorformation oft in Fusion mit dem
Vokalensemble Friedberg erfolgreich in der Kreisstadt fortgesetzt.
Das
ungewohnte Thema des Konzertes »Angst der Hellen
(Höhen) und
Frieden der Seelen« verrät Seegers Grundsatz, immer
wieder
nach unbekannten, interessanten Raritäten der Barockzeit
Ausschau
zu halten. Obiges Thema beruht auf einem schweren Unglück, das
einem sächsischen Hofbeamten, Burkhardt Großmann,
1616
zugestoßen war und zu dessen Errettung dieser aus Dankbarkeit
als
wohlhabender, literarisch und musikalisch gebildeter Mann, bei 16 ihm
bekannten und befreundeten Musikern aus Sachsen und Thüringen
den
Auftrag gab,Vertonungen des 116. Psalmes als Titel seines
persönlichen Dankopfers zu nehmen, das so zu einem
einzigartigen
Dokument der Musikgeschichte wurde.
Das Chorkonzert
eröffnete Ulrich Seeger mit seinen beiden Vokalensembles
Zwerenberg und Friedberg, dem Barockensemble »Cantate
Domino«, auf historischen Instrumenten mit dem
»Psalm
116« (1623) von Heinrich Schütz (1585 bis 1672), der
als der
erste deutsche Musiker von europäischem Rang zu gelten hat.
Von
dem Psalm nahm Burkhardt Großmann für den Titel die
Verse:
»Stricke des Todes hatten mich umfangen und Angst der Hellen
hatten mich troffen« und später die Rettung durch
Gott:
»Denn du hast meine Seele aus dem Tode gerissen ... Ich will
meine Gelübde dem Herrn bezahlen.« Heinrich
Schütz
setzt hier das Zusammenwirken gegensätzlicher
Klangträger
(Barockviolinen, Zink, Posaunen, Violone, Dulcian, Theorbe und
Orgelpositiv, verschieden' gestaffelte Chorpartien) ein und vor allem,
ob vokal oder instrumental, die enge Sprachnähe des
Schütz'schen Interpretationsstils.
Auf Schütz
folgte der gleiche Psalm von Michael Praetorius (1571 bis 1621), wohl
dem universellsten deutschen Musiker des 17. Jahrhunderts. Er
war
Sohn eines lutherischen Pfarrers und machte das evangelische
Kirchenlied zum Zentrum seines kompositorischen Schaffens und das in
allen erdenklichen Kompositionsformen und -gattungen. Seine Satztechnik
ist makellos und überzeugend, seine kontrapunktisch-motivische
Arbeit weist in die Zukunft und geht virtuos bis an die Grenzen des
damals Möglichen. Um Praetorius' Können richtig zu
würdigen, lässt Seeger dessen umfangreiches
Choralkonzert
»Vater unser im Himmelreich« folgen, in dem sich
Instrumente und Stimmen bis zur 19-Stimmigkeit öffnen, also
das
Concerto grosso (Tutti) und Ripieno (hier die aufs Beste
bewährten
Solo-Soprane Jutta Hahn und Damaris Hoch), ebenso die Chor- und
Instrumentalgruppen.
Die
dritte Fassung des »Psalm 116«, diesmal von Johann
Hermann
Schein (1586 bis 1630), steht fraglos auf gleicher Höhe mit
derjenigen von Heinrich Schütz. Schein bietet eine
durchkomponierte Form mit äußerst knapp formulierten
Versen,
die aber mit Leidenschaft und. einem virtuos bewegten Alleluja
dargeboten werden. Noch einmal gewährte Seeger dem bereits
besprochenen Komponisten Michael Praetorius mit dem Choralkonzert
»In dich hab ich gehoffet, Herr« einen zweiten
Einsatz, in
dem der Meister wiederum mit seiner Kunstfertigkeit und mit mehreren
Ritornellen den evangelischen Kirchenchoral würdigt.
Das
Jubiläums-Chorkonzert bestätigte die Grundtendenz
Seegers,
nach unbekannten, aber interessanten Raritäten Ausschau zu
halten
und brachte Werke, die kaum einmal in Konzerten erscheinen. Durch den
hohen Einsatz aller Mitwirkenden erreichte er insgesamt eine
unglaubliche Dichte und Spirtitualität, wie die Stille und
dann
der lange, dankbare Beifall der Gemeinde offenbarte.
( Josef
Flörsch, Wetterauer
Zeitung v. 29. 9. 2009 )
Friedberger Chöre überzeugten mit Schubert und
Dobrogosz
Ein
ungewöhnliches und besonderes Programm stellten
am Samstagabend, d. 6. 6. 2009 der Jugendchor Friedberg und
ein
Projektchor aus
Mitgliedern der Friedberger Kantorei in der Evangelischen Kirche
Bönstadt vor.
Die Leitung hatte Ulrich Seeger, dessen klare musikalische Vorstellung
sich
schon in der oft noch klassizistisch angelehnten frühen
G-Dur-Messe Franz
Schuberts zeigte, die den Abend eröffnete. Stilsicher und
präzise gestalteten
die beiden Chöre, begleitet vom Jungen Kammerensemble
Friedberg,
zusammen hier
ein Stück Musik, an dem auch der „erste
bürgerliche
Messenkomponist“ selbst
sicher seine Freude gehabt hätte.
Bemerkenswert war die Leistung des Jugendchores, zumal die
beiden Chöre in der Regel unterschiedliches Repertoire proben.
Die Jugendlichen
fanden sich nicht nur sehr gut in den Gesamtklang, auch konnten sie
stimmlich
überzeugen, als sie alleine ein afro-amerikanisches Spiritual
vorstellten, das
zusammen mit einem durch britische Frömmigkeit und
Emotionalität geprägten
„Anthem“ von John Rutter die beiden Hauptwerke des
Abends verknüpfte.
Im Zentrum des Abends stand alsdann die kraftvolle
„Mass“
von Steve Dobrogosz. Der 1956 geborene Komponist verbindet in seinem
ganz
eigenen Kompositionsstil Elemente verschiedenster Stilrichtungen zu
einer
zugleich persönlichen und aufrüttelnden Tonsprache:
Wie ein Pattern aus der
Minimalmusic erklingt das „Kyrie eleison“ mehrfach
im Alt, bevor sich die
anderen Stimmen einreihen, gespickt mit Jazzelementen fügt
sich ein Klavier in
den Gesamtklang oder kommentiert diesen (einfühlsam im Spiel
und sehr präsent:
Rüdiger Klein). Mit großer Natürlichkeit
verstand Ulrich Seeger die einzelnen
kompositorischen Elemente zu einem musikalischen Ganzen zu vereinen,
getragen
davon blühte der Chor noch einmal im Besonderen auf und gab
dem Publikum zu
verstehen, was die „Messe unserer Zeit“
eigentlich ist: eine sehr bewusste Anrufung, die zugleich
Zuversicht
auszustrahlen vermag. Dafür bedankte sich das Publikum
schließlich mit
wohlverdientem, langanhaltendem Applaus.
( Charlotte
Schäfer )
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